Polizeigewalt Pressefreiheit unbestätigte Augenzeugenberichte

Pfefferspray gegen Pressefotografen

Wir haben folgenden Augenzeugenbericht erhalten:

“Am Morgen des 7.7.17 begleitete ich als Fotojournalist den „roten Finger“ der Aktion „Block G20“, die maßgeblich von der „IL“ organisiert wurde.

Ich begleitete den roten Finger von dem öffentlichen Treffpunkt aus durch kleine Straßen, an Parks vorbei auf die relativ große „Wallstraße“, als plötzlich mehrere Mannschaftswagen der Polizei auftauchten und sich von hinten der Menschenmenge mit hohen Tempo näherten. Die Demonstrant*innen verteilten sich auf die gesamte Breite der Straße, um ein Vorbeifahren der Polizeifahrzeuge zu verhindern.

Die Fahrzeuge, die als Kolonne unterwegs waren, bremsten nicht, als sie die Menschen vor sich sahen. Im Gegenteil: Mehrere Fahrzeuge beschleunigten noch, um die Menschen einzuschüchtern. Mehrmals konnten sich die Aktivist*innen erst in letzter Sekunde vor den unheimlich schnellen Polizeifahrzeugen retten.

Nachdem bereits fünf Fahrzeuge durch die Menge gefahren waren und sich vor der Menschenmenge positionierten, um diese aufzuhalten, passierte das Unglaubliche:
Eine junge Frau wurde von einem Polizeifahrzeug vorne mit der Motorhaube gestreift. Es gab einen lauten Knall. Für mich waren dies Sekunden der Stille. Ich fragte mich, so wie viele andere wahrscheinlich auch, ob das jetzt wirklich passiert war. Der Polizeiwagen, der die junge Frau erfasst hatte, stoppte nicht, sondern fuhr ungebremst weiter.

Mittlerweile hatte sich eine Traube von Menschen um die junge Frau gebildet, die scheinbar verletzt auf der Straße lag. Einige andere Aktivist*innen versuchen, die nachfolgenden Fahrzeuge zu stoppen.

Mehrere Einsatzkräfte stiegen kurz vor der Menschenmenge aus, um dem Fahrzeug den Weg frei zu machen. Dabei setzten sie Pfefferspray und Schlagstöcke sowie Tritte und Schläge ein. Ein Polizist setzte mehrfach kurze Sprühstrahle mit seinem Pfefferspray ab, drehte sich dann zu mir um und sprühte mir direkt ins Gesicht, obwohl ich klar erkennbar eine Kamera in der Hand hatte und meinen Presseausweis vor der Brust trug.

Die ersten Sekunden spürte ich gar nichts und lief weiter. Dann begann das unsägliche Brennen, für welches Pfefferspray bekannt ist und welches letztendlich fast eineinhalb Stunden anhielt. Mehrere solidarische Menschen halfen mir, das Pfefferspray aus dem Gesicht zu waschen und fragten mich, ob ich weitere Hilfe brauchte. Ich verneinte und musste erst einmal eine Pause machen, da mit den Schmerzen, die durch das Pfefferspray verursacht wurden, kein Weiterarbeiten möglich war”

Anmerkung der Redaktion zu Augenzeugenberichten:
Bei unbestätigten Augenzeugenberichten haben wir nur einen Bericht, eine Schilderung oder einen Tweet und keine weiteren Belege. Wir können als Redaktion nicht überrpüfen, ob sich der Sachverhalt so zugetragen hat. Falls jemand die Situation beobachtet, gefilmt hat oder weiß, wo es Foto/Filmmaterial gibt, dann freuen wir uns über Zuschriften, die der Verifizierung des Augenzeugenberichtes dienen.