Polizeigewalt unbestätigte Augenzeugenberichte

Schläge und Tritte gegen einen Unbeteiligten

Tagesschau.de berichtet ausführlich über den Fall eines Unbeteiligten, der am Abend des 7. Juli in der Lerchenstraße verletzt wurde:

Als Torben F.* am Freitag, den 7. Juli ins Hamburger Schanzenviertel aufbricht, ahnt er nicht, was ihm kurze Zeit später widerfahren wird. F. hat das Alter von 40 Jahren bereits überschritten, ist erfolgreicher Hamburger Unternehmer mit eigener Firma. Auf seinem Gebiet ist er ein gefragter Fachmann, selbst im Bundestag hat er schon referiert – als geladener Gast einer Expertenanhörung. Er trägt im Büro Anzug und war früher in der Jungen Union.

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Nach seiner Darstellung wird er plötzlich von einem Polizisten am Kragen gepackt und aus dem Hauseingang gezogen. Er nimmt nach eigenen Angaben die Hände hoch, leistet keinerlei Widerstand und ruft den Beamten zu, dass er nur Fotos gemacht habe. Doch F. wird zu Boden gerissen, seine Brille fliegt weg und geht zu Bruch. Anschließend schlagen und treten angeblich mehrere Beamte auf ihn ein.

“Die sind über mich hergefallen wie die Tiere”, erinnert sich F., “ich habe so etwas noch nie erlebt – und auch nicht für möglich gehalten.” F. schildert Tritte und Schläge gegen den Kopf, sowie den ganzen Körper. Als einer der Beamten “verpiss Dich” gerufen habe, habe er aufstehen wollen, doch sofort sei wieder auf ihn eingetreten worden. “Ich bin kein Jurist, aber für mich war das versuchter Totschlag”, schildert er die Massivität der Gewalteinwirkung aus seiner Sicht. Zumindest habe man seiner Ansicht nach mit einer derartigen Anzahl an Schlägen und Tritten schwere Verletzungen billigend in Kauf genommen.

Videoaufnahmen einer italienischen Bildagentur könnten den Fall zeigen. Der Betroffene hofft auf weitere Beweise, er hat Anzeige wegen Körperverletzung im Amt gestellt.

Auf Zeit.de ist der Fall auch beschrieben:

Als ein Polizeitrupp herbeistürmte, flohen die Vermummten, der Hobbyfilmer nicht. “Ich wollte mich nicht verdächtig machen.” Er habe sich in einen Hauseingang zurückgezogen und die Hände hochgerissen, dann hätten ihn die Polizisten verprügelt. “Die waren wie Pitbulls auf Speed”, sagt B. “Ich habe 21 Verletzungen gezählt, sie haben mit den Stiefeln gegen meinen Kopf getreten, mit Vollspann, das war versuchter Totschlag.”

Als sie nach ein paar Minuten von ihm abgelassen hätten, habe er sich noch zur Straßenecke geschleppt und sei dort zusammengeklappt. Die Notaufnahme im Krankenhaus Barmbek stellt eine Schädelprellung fest, sowie diverse Schürfungen und Prellungen am Körper. B. hat die unbekannten Polizisten angezeigt – wegen versuchten Totschlags und unterlassener Hilfeleistung. “Auf den Wasserwerfern sind doch Kameras, es muss doch Videoaufnahmen davon geben”, hofft er. “Das hätte ich niemals gedacht, dass so etwas in Deutschland möglich ist.”

Anmerkung der Redaktion zu Augenzeugenberichten:
Bei unbestätigten Augenzeugenberichten haben wir nur einen Bericht, eine Schilderung oder einen Tweet und keine weiteren Belege. Wir können als Redaktion nicht überrpüfen, ob sich der Sachverhalt so zugetragen hat. Falls jemand die Situation beobachtet, gefilmt hat oder weiß, wo es Foto/Filmmaterial gibt, dann freuen wir uns über Zuschriften, die der Verifizierung des Augenzeugenberichtes dienen.