Unklar

Schmerzgriff bei offenbar bewusstlosen Demonstranten (keine Polizeigewalt)

Ein Polizist drückt einem offenbar bewusstlosen Demonstranten am Rande der “Welcome to hell”-Demonstration fest hinter das Ohr. Solche Nervendrucktechniken oder Schmerzgriffe sind umstritten, ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg erlaubt ihren Einsatz nur nach Ansage durch den Polizisten und wenn sie das mildeste Mittel darstellen.

Im Video ist diese Situation ab Sekunde 49 zu sehen.

Ein Kommentator sagt, dass der Schmerzgriff aus medizinischer Sicht sinnvoll sein könnte: “Schmerzreize werden auch zB im Rettungsdienst gesetzt um zu schauen, ob ein Patient auf diesen noch reagiert. So wird überprüft wie tief die Bewusstlosigkeit ist. In meinen Augen in diesem Fall keine Polizeigewalt im eigentlichen Sinne.”

Kann das jemand bestätigen, dass dies gemacht wird?

Haben eine weitere Zuschrift, die das bestätigt:

Ja, wird gemacht. Bei Bewusstlosen Menschen wird ein Schmerzreiz gesetzt. Zumeist aber in folgender Form. Bewusstloser wird, wenn er auf Ansprache, Rufe und Bewegung nicht reagiert folgender Reiz gesetzt: Bewusstlosen in Rückenlage bringen, am Brustbeinknochen mit den Fingerknöcheln feste hoch und runter reiben. Ein mal reicht, denn es schmerzt sehr. Reagiert er nicht mehr, stimmt etwas nicht und die Person muss dauerüberwacht werden. Kontrolle der Atmung und Herztätigkeit, bis Rettungskräfte eintreffen.

Eine weitere Einsendung sagt:

das Ganze wird aber nur von “medizinischen Fachpersonal” (RettungssanitäterIn und aufwärts) angewendet. Für ErsthelferInnen oder (Betriebs-)SanitäterInnen gilt ein “sanftes Schütteln” als ausreichender “Schmerzreiz”